Unser cinefantastisches Kino-Programm für 2026
(das laufend ergänzt wird)
Donnerstag,
12. März
17:30 Uhr
Komödie
Die progressiven Nostalgiker
„So lustvoll anarchisch hat uns eine Zeitreise schon lange nicht mehr um die Ecke gebracht.“ Filmdienst
Stell dir vor, eine Waschmaschine katapultiert dich aus den spießigen 50ern mitten ins digitale 2025 – und plötzlich sitzt die Frau im Chefsessel, während der Mann verzweifelt versucht, Smart-Home-Technik zu bändigen.
Genau das passiert Hélène und Michel Dupuis in „Die progressiven Nostalgiker“, einer charmant rotzfrechen französisch-belgischen Komödie über Rollenbilder, Fortschritt und die wunderbare Relativität von „früher war alles besser“.
Regisseurin Vinciane Millereau verknüpft Zeitreise-Wahnwitz mit scharfem Blick auf Emanzipation, Diversität und die Tücken des modernen Lebens. Elsa Zylberstein strahlt als emanzipierte Hélène, Didier Bourdon sorgt als überforderter Michel für Galgenhumor.
Slapstick trifft auf Sozialkritik: Während Hélène die neue Welt als Chance begreift, kämpft Michel mit virtuellen Assistenten, Rollenverlust und dem Gedanken, dass seine Tochter nicht mehr traditionell heiratet.
Die Besucher feiern die pointierten Gags, die Kritik lobt das Tempo und die Situationskomik – ein Feel-Good-Film, der zum Lachen und Nachdenken zugleich anregt.
Frankreich / Belgien, 2025, FSK: ab 6 Jahren, Laufzeit: 103 Minuten.
Regie: Vinciane Millereau; Darsteller: Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne, Maxim Foster.
Besondere Würdigung: Abschlussfilm beim Festival du film francophone d’Angoulême 2025
Donnerstag, 12. März 2026, 17:30 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Open Table Talk

Unser kleiner Kino-Tipp
„Was zum Lachen! Was zum Grinsen! Und was zum Nachdenken! Das Überraschungs-Ei des französischen Kinos.“
Donnerstag,
12. März
20:00 Uhr
Gesellschafts-Satire
Father Mother Sister Brother
„Familie ist wie eine alte Kaffeemaschine: Man weiß nie so genau, ob sie gerade vor sich hin blubbert oder kurz davor ist, zu explodieren.“ The New Republic
Jim Jarmusch macht mit Father Mother Sister Brother sein bislang intimstes Werk seit Jahren: eine fein getextete, zugleich witzige und melancholische Triptychon-Erzählung über das, was uns alle ein Leben lang begleitet – Familie.
Drei Geschichten, drei Orte, drei Arten von Nähe und Distanz. Im nordöstlichen New Jersey besuchen zwei entfremdete Geschwister ihren wortkargen Vater (Tom Waits) und stolpern dabei durch unausgesprochene Erinnerungen.
In Dublin trifft eine Tochter (Cate Blanchett) auf ihre beherrschende Mutter (Charlotte Rampling) und muss sich zwischen Zuneigung und Emanzipation entscheiden. In Paris kehren Zwillinge nach dem Tod der Eltern ins alte Appartement zurück und entdecken, wie wenig sie wirklich voneinander wissen.
Jarmusch bleibt seiner ruhigen, fast musikalischen Erzählweise treu: Beobachtungen statt Pathos, leise Situationskomik statt lauter Gags. Father Mother Sister Brother lotet die Risse und Verbindungen zwischen Generationen mit einem Ensemble aus Stars und unverkennbarer Handschrift des Regisseurs aus – witzig, zärtlich, schmerzlich echt.
USA, Irland, Frankreich, 2025, FSK: 12, Laufzeit: ca. 110 Minuten.
Regisseur: Jim Jarmusch; Darsteller: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett
Auszeichnungen: Goldener Löwe – Bester Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2025
Donnerstag, 12. März 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Open Table Talk

Unser kleiner Kino-Tipp
„Jarmuschs neuester Geniestreich. Mit einem herrlich granteligen Tom Waits in Bestform.“
Donnerstag,
19. März
19:00 Uhr
Dokumentarspiel
Fräulein Stinnes fährt um die Welt
„Ich heiße Stinnes und fahre im Auto um die Erde. Noch Fragen?“ – dieses lakonische Bekenntnis der echten Clärenore Stinnes fasst das Lebensgefühl dieses Films perfekt zusammen: eine Frau, ein Adler-Auto und der ganze Planet als Wagnis. Filmdienst
Fräulein Stinnes fährt um die Welt ist mehr als ein biografisches Abenteuer – es ist ein Kinoappell an Entdeckergeist, Emanzipation und die berauschende Unberechenbarkeit des Lebens.
Regisseurin Erica von Moeller verwebt in ihrem Dokumentarspielfilm aus dem Jahr 2009 Archivaufnahmen der historischen Weltreise mit kunstvoll inszenierten Spielszenen und schafft so ein facettenreiches Porträt einer Frau, die 1927 als erste Menschheit mit einem Serienauto die Erde umrundete.
Im Mittelpunkt steht Clärenore Stinnes (Sandra Hüller), eine junge Rennfahrerin und Industriellentochter, deren Entschlossenheit sie durch Sibirien, Wüsten, Gebirge und über Kontinente führt. Begleitet wird sie vom schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström (Bjarne Henriksen), dessen Originalaufnahmen das Herzstück des Films bilden.
Die filmische Mischung aus abenteuerlicher Road-Movie-Erzählung, authentischem historischen Material und der Charakterstudie einer Frau, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit auflehnt, macht Fräulein Stinnes fährt um die Welt zu einem einzigartigen Erlebnis.
Besonders stark ist die Darstellung des Wandels: aus dem sorglosen Abenteurer wird eine Persönlichkeit, die durch Herausforderungen und Entbehrungen reift und am Ende als Symbolfigur unserer Zeit stehen könnte.
Deutschland, 2009, FSK: ab 6 Jahren, Laufzeit: ca. 90 Minuten.
Regisseur: Erica von Moeller, Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner, Darsteller: Sandra Hüller, Bjarne Henriksen
Besondere Würdigung: Der Film nutzt vollständig erhaltenes Original-Film- und Foto-Material der historischen Expedition und wurde vielfach im Kino und auf Festivals als bemerkenswerte Verbindung von Dokumentar- und Spielfilm gewürdigt.
Donnerstag, 19. März 2026, 19:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Impulsvortrag von Architektin Astrid Engel über die ehemalige Hugo-Stinnes-Tankstelle in Minden-Hahlen.

Unser kleiner Kino-Tipp
„Grandioser Historien-Film mit Bezügen zu Minden: die ehemalige Hugo-Stinnes-Tankstelle in Hahlen. Architektin Astrid Engel wird einen Impulsvortrag zum Thema halten.“
Donnerstag,
7. Mai
20:00 Uhr
Komödie
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
„Lange hat es keine so witzige, melancholische, versöhnliche Komödie gegeben wie ‚Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße‘.“ – Hanns-Georg Rodek, WELT über Wolfgang Beckers Abschiedsfilm.
In dieser herzerwärmenden Tragikomödie trifft die deutsche Erinnerungskultur auf verblüffend moderne Satire: Micha Hartung, ein abgebrannter Berliner Videothekenbesitzer, wird siebenunddreißig Jahre nach dem Mauerfall plötzlich zur „Legende“.
Ein ehrgeiziger Journalist deutet eine unbedeutende Begebenheit aus dem Sommer 1984 als Dramatik, Hartung als Drahtzieher einer angeblichen Massenflucht aus der DDR – und schon ist aus einem Normalo ein gesamtdeutscher Held geworden.
Regisseur Wolfgang Becker, bekannt durch Good Bye, Lenin! schafft mit dieser Geschichte eine liebevoll ironische Auseinandersetzung mit Erinnerung, Mythos und Wahrheit.
Die Grenze zwischen Fakt und Fiktion verschwimmt, wenn Hartung in Talkshows eingeladen wird, eine geplante Verfilmung seiner vermeintlichen Heldentat ansteht und sogar eine Romanze mit der klugen, charmanten Paula (Christiane Paul) aufkommt – alles getragen von einem Ensemble, das pointiert und sympathisch spielt.
Der Film ist nicht nur ein kluger Blick auf deutsche Erinnerungskultur, sondern auch ein würdiger, warmherziger Abschied von Becker selbst, der das Projekt vor seinem Tod 2024 begonnen und dessen Arbeit sein Team sensibel vollendet hat.
Deutschland, 2025, FSK: ab 6 Jahren, Laufzeit: ca. 112 Minuten.
Regie: Wolfgang Becker & Achim von Borries; Darsteller: Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich, Leonie Benesch
Besondere Würdigungen: Der letzte Film von Wolfgang Becker, vielfach als herzerwärmender, kluger Beitrag zur deutsch-deutschen Filmkultur hervorgehoben.
Donnerstag, 7. Mai 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Open-Table-Talk

Unser kleiner Kino-Tipp
„Ihr habt ihn Euch gewünscht – Ihr kriegt ihn! Das Ergebnis unserer kleinen Umfrage im Newsletter war so was von eindeutig: 100 Prozent wollen den Film im Mai bei uns im Kino sehen. Hier kommt er!“
… und ab hier das Archiv für unser Kinojahr 2026
Donnerstag,
8. Januar 2026
17:30 Uhr
Kunst-Doku
Manche mögen’s falsch
Originale am Fließband – ein Film über die Illusion von Kunst
Dafen, ein Stadtteil von Shenzhen, gilt als Welthauptstadt der Gemäldekopie. Hier entstehen jeden Tag tausendfach Van Goghs, Monets und Picassos – gemalt von hochqualifizierten Kunsthandwerker:innen, die den Kunstmarkt am Laufen halten und zugleich untergraben.
„Manche mögen’s falsch“ geht mitten hinein in dieses Paradox. Der Film beobachtet Maler:innen, Händler, Zwischenhändler – Menschen, deren Lebensunterhalt davon abhängt, dass Originalität simuliert wird.
Statt moralischer Empörung setzt der Film auf Präzision. Er fragt, was ein Original heute noch wert ist, wenn Perfektion reproduzierbar wird. Und er zeigt, wie globaler Kunsthandel, westliche Sehnsüchte und chinesische Arbeitsrealitäten ineinandergreifen.
Besonders stark ist der Film dort, wo er die Grenze zwischen Kunst und Handwerk, Kreativität und Akkordarbeit verschwimmen lässt. Dafen erscheint nicht als exotische Kuriosität, sondern als Spiegel einer globalisierten Kulturindustrie, in der Authentizität zur Marke geworden ist.
Ein Film für ein Publikum, das sich nicht mit schnellen Urteilen zufriedengibt. Klug montiert, ruhig beobachtend, mit feinem Gespür für Zwischentöne. „Manche mögen’s falsch“ ist weniger Enthüllung als Einladung zum genauen Hinsehen – und zum Zweifel an liebgewonnenen Gewissheiten über Kunst, Wert und Wahrheit.
Deutschland / China (Ko-Produktion), LZ ca. 94 Minuten, FSK: ohne Altersbeschränkung (ab 0), Regie: Stanisław Mucha, Drehbuch/Konzept: Stanisław Mucha, Michael Mucha
Donnerstag, 8. Januar 2026, 17:30 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Manche mögen’s falsch blickt dorthin, wo das Genie zur Seriennummer wird. Ein Muss für Freund:innen der Bildenden Kunst und alle, die sich fragen, wie viele Mona Lisas es wohl geben mag.“
Donnerstag,
8. Januar 2026
20:00 Uhr
BioPic-Drama
Maria Reiche – Das Geheimnis der Nazca-Linien
Nicht nur Linien, sondern eine Frau, die die Welt herausfordert
Maria Reiche – Das Geheimnis der Nazca-Linien erzählt die Geschichte einer Frau, die sich weigert, klein gemacht zu werden. In den 1930er-Jahren verlässt die deutsche Mathematikerin Maria Reiche Europa und findet sich in der peruanischen Wüste wieder – an einem Ort, den niemand ernst nimmt und der doch alles verändert.
Zwischen Staub, Einsamkeit und Skepsis entdeckt sie die monumentalen Nazca-Linien und erkennt: Diese Zeichen sind kein Zufall, sondern ein hochkomplexes System.
Der Film rückt Maria Reiche konsequent ins Zentrum – nicht als exzentrische Forscherin, sondern als radikal eigenständige Frau. Eine, die sich gegen männliche Autoritäten, koloniale Blickregime und institutionelle Ignoranz behauptet. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist untrennbar mit persönlichem Einsatz verbunden: Reiche opfert Sicherheit, Gesundheit und Anerkennung, um etwas zu bewahren, das größer ist als sie selbst.
Regisseur Damien Dorsaz inszeniert diese Lebensgeschichte ruhig, konzentriert und mit großer Nähe zur Hauptfigur. Die Wüste wird zum Resonanzraum einer weiblichen Beharrlichkeit, die sich nicht erklären will, sondern handelt. Kein Heldenkino, kein Mythos – sondern ein präzises Porträt über Wissen, Ausdauer und Selbstermächtigung.
Ein Film für ein Publikum, das Kino als Denkraum begreift. Und für alle, die wissen wollen, warum wissenschaftliche Neugier manchmal Mut verlangt – und warum Fortschritt oft eine weibliche Geschichte hat.
Deutschland / Frankreich / Schweiz, 2025 FSK: ab 6, LZ: ca. 99 Minuten, Regie: Damien Dorsaz
Darsteller: Devrim Lingnau (Maria Reiche), Guillaume Gallienne (Paul D’Harcourt), Olivia Ross (Amy) u. a.
Donnerstag, 8. Januar 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Ein Film über Erkenntnis als Akt des Widerstands. Female Empowerment vom Anfang des 20. Jahrhunderts für junge Frauen von heute.“
Freitag,
9. Januar 2026
19:00 Uhr
Nur noch wenige Tickets
Nur noch wenige Tickets im Vorverkauf verfügbar. Minimales Restkontingent an der Abendkasse.
Event
SPECIAL: Kurt-Tucholsky-Soirée zum Geburtstag des berühmten Autors
Einen Abend lang feiern die Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V. und das Kleine Kino am Weingarten einen Autor, der bis heute hell brennt: Kurt Tucholsky. An seinem Geburtstag laden wir zu einer heiteren Soirée ein, die den Witz und die Menschlichkeit des Autors lebendig erleben lässt.
„Satire darf alles.“ Dieser Satz aus Die Weltbühne ist bis heute ein Auftrag: hinsehen, einmischen, unbequem bleiben. Denn Tucholsky wusste: „Nichts ist schwerer, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden.“ Umso mehr feiern wir den legendären Autor – und die Freude am Denken, Lachen, Streiten.
Tucholsky als Rotwein-Liebhaber, Tucholsky als Mensch der Leidenschaft und Liebe – den Frauen ebenso zugewandt wie dem messerscharf-analytischen Wort. Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V. hat ein Abendprogramm entwickelt, das sich voller Respekt und Anerkennung vor dem Mensch und Autor Tucholsky verneigt und ihn zugleich als brillanten Erzähler leichtfüßiger Unterhaltung präsentiert.
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Talk im Foyer durch die Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V.

Unser kleiner Kino-Tipp
„Warum feiert die bundesweite Kurt Tucholsky-Gesellschaft e.V. den Geburtstag des berühmten Berliners ausgerechnet in Minden? Weil der Verein hier seinen Sitz hat. Tolle Chance für Mindener, an den Feierlichkeiten teilzuhaben. Achtung: sehr begrenztes Karten-Kontingent!“
Sonntag,
11. Januar 2026
17:30 Uhr
Fantasy / Mystery
Willkommen um zu bleiben
Ein Hotel, das dich nicht gehen lässt – und ein Magier, der zur Spitze des Irrsinns wird
Willkommen um zu bleiben ist mehr als ein Film über ein seltsames Hotel – es ist ein existenzieller Trip durch die Absurditäten unserer Zeit. Der reisende Magier Mr. K (Crispin Glover) sucht nur eine einfache Übernachtung; was er findet, ist ein Ort ohne Ausgang, bevölkert von skurrilen Bewohner:innen und bizarren Ereignissen, die jede Logik hinterfragen.
Was als mysteriöse Tragikomödie beginnt, entwickelt sich zu einem kafkaesken Drama über Freiheit, Identität und das entfremdete Subjekt im Lauf der Moderne.
Regisseurin Tallulah Hazekamp Schwab lässt das Hotel selbst zur Metapher werden: ein architektonisches Denkmal der Endlosschleife, in dem Gänge, Türen und Treppen nicht nur physische, sondern psychologische Grenzen markieren.
Mr. K begegnet einer eigenwilligen Gemeinde von Gästen – vom ewig wartenden Küchenhelfer bis zur Blaskapelle, die aus den Wänden marschiert – und wird zunehmend zur Schlüsselfigur eines unergründlichen Machtgefüges.
Im Zentrum steht Crispin Glover, dessen Präsenz zwischen Alter, Weisheit und unberechenbarer Exzentrik pendelt – ein Magnet für die grotesken und stillen Momente dieses Films.
Statt konventioneller Auflösung serviert Willkommen um zu bleiben ein surreales Puzzle, das lange nachhallt. Ein Werk für ein Publikum, das damit klarkommt, wenn Kino Fragen stellt statt leichtfertiger Antworten.
2024, Niederlande, Norwegen, Belgien. FSK: ab 12 Jahren, Laufzeit: ca. 94 Minuten
Regie/Drehbuch: Tallulah Hazekamp Schwab, Darsteller:innen: Crispin Glover, Sunnyi Melles, Fionnula Flanagan, Jan Gunnar Røise, Bjørn Sundquist, Dearbhla Molloy
Auszeichnungen: Plattform-Award-Nominierung bei den Toronto International Film Festival, Bester Film beim Imagine Film Festival (NL)
Sonntag, 11. Januar 2026, 17:30 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Surreales Kino-Labyrinth, in dem Realität, Traum und Gesellschaftssatire verschmelzen. Tiefsinnige Analogie: Das Hotel als Metapher für Planet Erde, der Protagonist (die Menschheit) kommt als Besucher und wirft andere aus dem Zimmer (Artensterben). Was folgt daraus?“
Sonntag,
11. Januar 2026
20:00 Uhr
Nur noch wenige Tickets
Nur noch wenige Tickets im Vorverkauf. Falls bei Eventbrite keine Tickets mehr buchbar sind, ist der Film ausverkauft. Dann nur noch Rest-Kontingent an der Abendkasse für die frühesten Besucher.
Drama
Dann passiert das Leben
Zweisamkeit im Sog des Lebens: ein Ehepaar sucht sich neu. Anke Engelke und Ulrich Tukur in Bestform
Dann passiert das Leben ist kein lauter Film, sondern einer, der dich in die leisen Risse eines langen Zusammenlebens zieht. Was passiert, wenn Alltag, Routine und festgefahrene Gewohnheiten plötzlich nicht mehr ausreichen? Wie finde ich mich selbst neu, wenn das Leben, das ich kannte, zu entgleiten droht? Neele Leana Vollmar beantwortet diese Fragen mit großer Sensibilität und dem Blick für das Unausgesprochene.
Hans und Rita sind nach über 35 Jahren Ehe keine Figuren aus einem romantischen Drama, sondern aus dem echten Leben. Rita (Anke Engelke) hat sich an klare Rituale geklammert, der Sohn ist ausgezogen, Hans (Ulrich Tukur) steht kurz vor der Pensionierung – und mit ihr die Frage, wofür ein Leben gut ist, das längst in Routine verstrickt ist.
Dann passiert ein schicksalhafter Unfall, der nicht nur den Alltag, sondern auch die Beziehung der beiden auf den Prüfstand stellt. In subtilen, oft komischen Momenten lotet der Film aus, wie Nähe und Entfremdung, Zuneigung und Verletzung nebeneinander existieren können und wie viel Mut es braucht, sich selbst und den anderen wirklich zu begegnen.
Anke Engelke und Ulrich Tukur tragen dieses kammerspielhafte Drama mit einer Kraft, die das Banale des Alltags in existenzielle Fragen verwandelt. Kein Wohlfühlkino, sondern ein Spiegel für alle, die wissen: Liebe zeigt sich oft in den Details.
Deutschland, Österreich, 2025, FSK: ab 6, Laufzeit: 122 Minuten
Regie: Neele Leana Vollmar, Darsteller: Anke Engelke (Rita), Ulrich Tukur (Hans), Lukas Rüppel u. a.
Sonntag, 11. Januar 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Ein Film, der im Stillen alles riskiert. Als herausragend gelobtes Drama, das in den Arthouse-Kinocharts aufsteigt.“
Donnerstag,
5. Februar
17:30 Uhr
SciFi-Märchen
U Are The Universe
Allein im All – und plötzlich ist menschliche Nähe die radikalste Idee
U Are the Universe ist Science-Fiction, die nicht mit Bombast lockt, sondern mit einem leisen, existenziellen Sog. Nach einer kosmischen Katastrophe scheint der Astronaut Andriy der letzte Mensch im Universum zu sein – gestrandet auf einer Raumstation, umgeben von endloser Stille.
Routine hält ihn am Leben, Einsamkeit frisst sich in jeden Gedanken. Dann ein Signal. Eine Stimme. Ein anderer Mensch. Vielleicht.
Der Film erzählt keine Heldengeschichte, sondern eine zutiefst menschliche. Es geht um Nähe unter Extrembedingungen, um Hoffnung als Entscheidung und um die Frage, was von uns bleibt, wenn alle Sicherheiten verschwunden sind.
Regisseur Pavlo Ostrikov nutzt das Genre als Resonanzraum: reduziert, präzise, überraschend humorvoll. Die Zukunft wirkt hier nicht glatt oder futuristisch, sondern abgenutzt, fragil, glaubwürdig.
U Are the Universe vertraut seinem Publikum. Er erklärt wenig, fordert Aufmerksamkeit und belohnt sie mit emotionaler Tiefe.
Ein Film für Zuschauerinnen und Zuschauer, die Science-Fiction nicht als Flucht, sondern als Spiegel verstehen – und die sich gern auf ein intensives, konzentriertes Kinoerlebnis einlassen.
Ukraine (Ko-Produktion mit Belgien), Erscheinungsjahr: 2024, FSK: 12, Laufzeit: ca. 101 Minuten
Regie: Pavlo Ostrikov, Drehbuch: Pavlo Ostrikov, Kamera: Nikita Kuzmenko
Volodymyr Kravtschuk als Andriy Melnyk, Alexia Depicker als Catherine (Synchronstimme), Leonid Popadko als Robot Maxim (Synchronstimme), Daria Plahtiy als Catherine (im Original)
Auszeichnungen: Spezialpreis für Beste Regie – Filmfestival Cottbus
Publikumspreis – Neuchâtel International Fantastic Film Festival
Mehrere Preise auf Trieste Science+Fiction Festival, HoFF, Leeds und weiteren Festivals (Bester Film/Bester Sci-Fi-Film)
Donnerstag, 05. Februar 2026, 17:30 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Am 24. Februar jährt sich der russische Überfall auf die Ukraine. Deshalb im Vorfeld des Jahrestages dieses emotionale, in der Ukraine während des Krieges entstandene Weltraum-Märchen eines ukrainischen Regisseurs. Trailer ansehen!“
Donnerstag,
5. Februar
20:00 Uhr
Psycho-Thriller
Mother’s Baby
Wenn Mutterliebe zur Bedrohung wird – und niemand sagen kann, warum
Mother’s Baby ist kein konventioneller Psychothriller – er ist eine seismographische Messung von Angst, Enttäuschung und dem schmalen Grat zwischen Liebe und Verzweiflung.
Die gefeierte Dirigentin Julia hat alles erreicht – außer dem, was ihr die Gesellschaft als „Erfüllung“ verkauft: ein eigenes Kind. Ein innovativer Fruchtbarkeits-Behandlungsmethoden-Versuch bringt sie ans Ziel, doch die Geburt verläuft chaotisch, das Neugeborene wird nach der Entbindung sofort in Obhut genommen und Julia bleibt im Unklaren, was passiert ist.
Als sie es endlich in den Armen hält, ist da nicht nur Liebe – sondern eine unheimliche Distanz, die Zweifel sät und Realität infrage stellt. Was ist real, und was ist die Projektion einer brüchigen Psyche?
Marie Leuenberger trägt diese Geschichte mit einer eindringlichen Mischung aus Stärke und Verunsicherung, während Johanna Moder mit kühler Präzision das scheinbar Alltägliche in klaustrophobische Beklommenheit verwandelt und das Publikum in einen thematischen Sog zieht.
Mother’s Baby spricht Zuschauer an, die Genregrenzen nicht brauchen, um sich von einem Film gefangen nehmen zu lassen – er nutzt die Zwischentöne, die leisen Entgleisungen und die Ahnung von etwas Unaussprechlichem hinter dem perfekten Familienglück.
Österreich, Schweiz, Deutschland, Jahr: 2025, FSK: 12, Laufzeit: 107 Minuten
Regisseur: Johanna Moder, Darsteller: Marie Leuenberger, Hans Löw, Claes Bang, Julia Franz Richter u. a.
Auszeichnungen: Wettbewerb 75. Berlinale (Golden Bear – Nominiert); Goldener Biber beim Biberacher Filmfestival – Gewinner; Five Lakes Film Award – Gewinner; Golden Peacock – Nominierung (IFFI) usw.
Donnerstag, 05. Februar 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Topaktuell! Deutscher Kino-Start am 15. Januar 2026 – jetzt schon bei uns in Minden! Sehr viel schneller geht’s kaum auf unserer Kino-Leinwand.“
Freitag,
6. Februar 2026
19:00 Uhr
Pinball Hall im Foyer ab 17:00 Uhr
Event-Highlight
Pinball-Night zum Ausflippern: Nichts für Leute, die eine ruhige Kugel schieben wollen
In Zusammenarbeit mit Pinball Multiballs Club Minden: Live-Flippern im Foyer | Film „Pinball – The Man Who Saved The Game“ | Impulsvortrag von Steven Stockey
Solch ein Event gab’s noch nie im Kleinen Kino am Weingarten: Es wird laut, es wird wild – eine Zeitreise in die 70er! Ein Abend zum Ausflippern.
Die wahre Geschichte von Roger Sharpe, der in den 1970ern in New York dafür kämpfte, Pinball von seinem Glücksspiel-Image zu befreien – und damit das Spiel rettete. Ein Film über Mut, Leidenschaft und den Glauben an das, was man liebt.
Der Film Pinball – The Man Who Saved the Game nimmt uns mit in die kultigen Siebziger, zu einer kuriosen Fußnote der Kulturgeschichte, die zu einer Story mit furiosem Finale führt.
Roger Sharpe, ein unruhiger Schreiber mit Faible für Flipper-Maschinen, entdeckt in den 1970er-Jahren ein Gesetz, das genau dieses Flipper-Spielen in New York verbietet. Begründung: Flippern sei illegales Glücksspiel.
Was zunächst wie ein Nerd-Narrativ beginnt, entwickelt sich zu einer überraschend reflektierten Untersuchung von Gesetz, Leidenschaft und dem, was Gesellschaft für „Legende“ hält.
Am 2. April 1976 machte Roger Sharpe den legendären „Called Shot“, der die Mitglieder des Stadtrats von New York davon überzeugte, dass Flipper ein Geschicklichkeitsspiel ist, und der in der Folge zur Aufhebung des Flipperverbots in ganz Nordamerika führt.
Regie und Drehbuch stammen von den Bragg-Geschwistern Austin und Meredith Bragg. Sie erzählen Sharpe’s Weg, der weit über einen Rechtsstreit hinausgeht: Es ist die Reise eines Menschen, der entdeckt, dass seine Obsession – ein Spiel, das für viele nur ein Folklore-Relikt ist – ein Vehikel für Gemeinschaft, Identität und Veränderung sein kann.
Der Film verwebt historische Rekonstruktion mit einer leichten, doch präzisen Erzählweise, die weder in Pose noch in Nostalgie verharrt. Mike Faist verkörpert Sharpe mit einer Mischung aus verletzlicher Neugier und routinierter Coolness, während Crystal Reed als Ellen, eine Künstlerin und alleinerziehende Mutter, dem erzählerischen Herz des Films emotionales Gewicht verleiht.
Pinball – The Man Who Saved The Game feiert nicht nur das Flipperspiel, sondern fragt, was es braucht, um einen kulturellen Schatz zu retten – und wie sehr unser Leben selbst ein einziges Pinball-Manöver sein kann.
USA, 2022, FSK: ohne (deshalb ab 18), Laufzeit: ca. 95 Minuten, Original mit deutschen Untertiteln
Regie: Austin Bragg & Meredith Bragg, Darsteller: Mike Faist, Crystal Reed, Dennis Boutsikaris, Christopher Convery u. a.
Auszeichnungen: Publikumspreis „Best Narrative Film“ beim Three Rivers Film Festival; Overall Audience Choice & Directorial Debut Award beim Heartland International Film Festival; Best Narrative Feature beim Savannah College of Art and Design Savannah Film Festival
Freitag, 6. Februar 2026, 19:00 Uhr (Pinball-Hall im Foyer offen ab 17:00 Uhr)
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Ab 17:00 Uhr Pinball Hall im Foyer. Vier, fünf Flippergeräte zur kostenlosen Nutzung vor Ort (Spenden willkommen): u.a. ein Bally „Old Chicago“ aus dem Jahr 1976 und ein aktueller „King Kong LE“ aus dem Jahr 2025 von Stern Pinball. Mitglieder des Pinball Multiballs Club Minden als Gesprächspartner anwesend. Vor dem Film: Impulsvortrag von Steven Stockey zum Thema Pinball-Gaming. (Kein Flippern während der Film-Vorführung. Flipper-Nutzung nur mit gültigem Kino-Ticket.)

Unser kleiner Kino-Tipp
„Mitreißende Drama-Komödie, exklusive Flippergeräte zum Selber-Spielen und dazu jede Menge Infos – eine Zeitreise in die 70er! Wir wetten: Es wird rappelvoll an diesem Abend. Schnell sein bei den Tickets!“
Sonntag,
8. Februar
17:00 Uhr
Komödie
Triangle of Sadness
Kapitalismus im Deckchair: Schönheit hat ihren Preis – und der ist absurd
Triangle of Sadness ist keine klassische Kreuzfahrtkomödie. Ruben Östlund dreht die soziale Satire so scharf, dass sie im Ohr nachschwingt: ein Luxusliner voller Superreicher, Models und Selbstinszenierungen, die auf den ersten Blick alles haben – bis ein Sturm, ein Seekrankheits-Bankett und schiere Lächerlichkeit zeigen, wie dünn der Lack ist.
Im Zentrum stehen Carl und Yaya, ein Paar aus der Welt der Mode, dessen Beziehung genauso instabil ist wie die Klasse, die sie repräsentieren. Was folgt, ist ein existenzieller Spagat zwischen Kalkül und Chaos, wenn die Hierarchien an Bord buchstäblich kentern und die Überlebenden auf einer einsamen Insel stranden – dort, wo Instagram-Ästhetik keine Währung mehr ist und derjenige das Sagen hat, der Fische fängt, nicht Fotos.
Östlund, schon mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, balanciert Humor und Sozialkritik so präzise, dass der Film mehr Spiegel als Gag liefert; Satire, die dich zum Lachen bringt, aber gleichzeitig fragt, wer hier eigentlich zu kurz kommt und warum.
Schweden, Deutschland, Frankreich, UK, USA, Griechenland, Türkei, Schweiz (Co-Produktion), Jahr: 2022, FSK: 12, Laufzeit: 147 Minuten
Regisseur: Ruben Östlund, Darsteller: Harris Dickinson, Charlbi Dean, Woody Harrelson, Dolly de Leon, Zlatko Burić und weitere
Auszeichnungen: Goldene Palme – Cannes 2022; mehrere Guldbagge Awards (u. a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin); vier Europäische Filmpreise (u. a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Darsteller); Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch) sowie zahlreiche weitere internationale Nominierungen und Preise.
Sonntag, 08. Februar 2026, 17:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„In unserem Programm-Kuratorium hieß es: der lustigste, absurdeste, abgedrehteste Film ever! Überzeugt euch selbst: irrsinnig komisch.“
Sonntag,
8. Februar
20:00 Uhr
Drama
Der Salzpfad
Liebe, Träume und der lange Weg zurück – ein Paar findet sich auf neuem Terrain
Der Salzpfad ist kein Wanderfilm wie jeder andere, sondern eine kraftvolle, existenzielle Reise durch Verlust, Liebe und Wiederentdeckung.
Gillian Anderson und Jason Isaacs spielen Raynor und Moth, ein Ehepaar, dem das Leben alles abverlangt: Haus verloren, Zukunft ungewiss, dazu eine ernsthafte Diagnose, die alles infrage stellt.
Statt aufzugeben, schnüren sie Rucksäcke und folgen dem legendären South West Coast Path – einem über 1000 Kilometer langen Küstenwanderweg im Südwesten Englands.
Was folgt, ist weit mehr als eine bloße Survival-Geschichte. Zwischen Klippen, Stränden und windgepeitschten Pfaden entfaltet sich ein Kino über das Verhältnis von Mensch und Natur, über Nähe und Abstand, Würde und Demut.
Die rauen Landschaften werden zur Projektionsfläche innerer Fragen: Was bleibt, wenn man alles verliert? Wo liegt zuhause – im Kopf oder im Herzen?
Regisseurin Marianne Elliott verleiht der wahren Geschichte (nach dem Bestseller von Raynor Winn) einen Rhythmus, der sowohl die Erschöpfung als auch die zarte Schönheit menschlicher Verbundenheit spürbar macht. Der Salzpfad lädt ein, mitzugehen – nicht nur physisch, sondern gedanklich und emotional.
Vereinigtes Königreich, Jahr: 2024, FSK: 6, Laufzeit: 115 Minuten
Regisseur: Marianne Elliott, Darsteller: Gillian Anderson, Jason Isaacs, James Lance, Hermione Norris u. a.
Auszeichnungen: CineMerit Award für Gillian Anderson beim Filmfest München 2025
Sonntag, 08. Februar 2026, 20:00 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Offener Film-Talk im Foyer

Unser kleiner Kino-Tipp
„Ganz großes Herzkino! Mitreißende Darsteller in einer bewegenden Geschichte vor großartigen Landschaftsbildern. Kino wie Balsam für die Seele.“
Mittwoch,
25. Februar
18:30 Uhr
Dokumentation
The Invasion
Nicht Krieg als Schlagzeile – sondern das Leben, das sich dagegen stemmt
The Invasion ist mehr als ein Dokumentarfilm über einen Konflikt. Sergei Loznitsa, einer der prägnantesten Chronisten des modernen Osteuropa-Kinos, kehrt zehn Jahre nach Maidan zurück und richtet seine Kamera wieder auf die ukrainische Realität – nicht in Form martialischer Schlachtszenen, sondern durch die stille, oft überwältigende Präsenz des Alltags unter anhaltender Bedrohung.
Gedreht über zwei Jahre hinweg, begleitet der Film Menschen in Städten und Dörfern quer durch die Ukraine; Paare, Familien, Arbeiter und Soldaten, die trotz zerstörter Häuser und permanenter Unsicherheit weiterhin lieben, streiten, hoffen und trauern.
Diese Beobachtungen sind ebenso nüchtern wie eindrücklich: Ein Kindergeburtstag neben zerbombten Ruinen, Reparaturarbeiten an einem beschädigten Haus, Gespräche über Zukunftsträume – Loznitsa verweigert einfache Pathos-Formeln und lässt stattdessen die Würde des Normalen sprechen.
Was entsteht, ist ein monumentales Portrait einer Gesellschaft, die sich nicht als Opfer definiert, sondern als Akt der unbeirrbaren Existenz.
Seine Kamera ist kein Kommentator, sondern ein Vermittler menschlicher Resilienz, die in jedem abendlichen Lachen und jeder stillen Träne spürbar wird. The Invasion eröffnet einen Zugang zu einer Realität, die jenseits politischer Schlagzeilen liegt und beim Publikum lange nachhallt.
Hinweis: Wir zeigen den Film mit einer von uns selbst eingebauten deutschen Untertitel-Spur.
Ukraine, Niederlande, Frankreich, 2024, OmU, FSK: ohne, Laufzeit: ca. 145 Minuten
Regisseur: Sergei Loznitsa, Darsteller: dokumentarische Protagonist:innen (Zivilgesellschaft, Alltagsszenen)
Auszeichnungen/Selektionen: Offizielle Auswahl – Festival de Cannes (Special Screening) 2024; Offizielle Festival-Selektionen u. a. Karlovy Vary, BFI London, DocLisboa, Tallinn Black Nights, Nouveau Cinema Montreal.
Mittwoch, 25. Februar 2026, 18:30 Uhr
Tickets: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro)
Rahmenprogramm: Anlässlich des Jahrestages des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24.Februar 2022 zeigen wir in Kooperation mit Pulse of Europe Minden diesen besonderen Dokumentarfilm. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr. Es wird neben dem Film kurze begleitende Beiträge und Gelegenheit zur Aussprache über das Gesehene geben.

Unser kleiner Kino-Tipp
„Regisseur Sergei Loznitsa macht Kino wieder gefährlich: radikale Beobachtung ohne Kommentar, ohne Trost. Seine Filme zwingen zum Hinsehen auf Macht, Gewalt und Mitläufertum. Er zeigt: Geschichte ist nicht vorbei – sie geht weiter.“