Die Bastau ist für die Natur eine große Kinderstube: Enten, Stichlinge, Libellen – überall wächst etwas heran, überall probiert sich der Nachwuchs aus.

Du würdest auch nicht wollen, dass irgendwelche Leute durch deine Bude toben und alles auf links drehen. Deshalb ein paar Tipps für die gute Kinderstube.

HOW TO BASTAU

Eine kleine „Bedienungsanleitung“ für den richtigen Umgang mit der renaturierten Bastau

Hund an der Leine

ENTE, FROSCH ODER HUND?

Schon klar: Deiner ist ein gaaanz Lieber und tut nichts. Probleme machen immer nur die anderen. Trotzdem keine Ausnahme: Alles, was nicht Ente oder Frosch ist, sondern sich als Hund versteht, kommt an die Leine und achtet darauf, dass auch Frauchen und  Herrchen auf den Wegen bleiben.

Hund an der Leine

FANG DIR KEINE EIN

Eine Angel im Wasser, ein Kescher, das weckt den Jäger in jedem Kind. Aber die Fische, die hier gerade wieder einziehen, sind noch zu wenige – jeder gefangene fehlt beim Neuanfang. Also: Kescher und Angel bleiben zu Hause. Stattdessen anschauen: Wer sich flach ans Ufer legt und still ist, bekommt mehr zu sehen als jeder mit Netz.

Hund an der Leine

HIER GLÜHT NUR DAS ABENDROT

Lagerfeuer, BBQ – wunderschön. Nur eben nicht hier. Offenes Feuer versengt den Boden und macht aus einem trockenen Sommer schnell Ernst. Für Stimmungslicht an der Bastau ist nur die Abendsonne zuständig. Die brennt jeden Tag, gratis und ohne Brandlöcher.

Hund an der Leine

WIRF LIEBER EINEN BLICK

Klingt spießig, ist aber wichtig: Jeder Stein und jede Handvoll Kies hier hat eine Aufgabe. Sie lenken die Strömung, halten das Ufer, beschatten die Stellen, an denen Fische laichen. Was nach einem harmlosen Plumps aussieht, verschiebt in Wahrheit den ganzen Bach – nur eben langsam.

Hund an der Leine

DER REST IST ZUM MITNEHMEN

War‘s lecker? Dann bring‘s konsequent zu Ende. Dosen, Flaschen, Kippen: Alles zurück in die Tasche oder direkt in den Mülleimer. Zehn, zwanzig Meter zum Abfallkorb – das schaffst du! Denn die Ente will deine Reste nicht. Die ernährt sich lieber gesund.

Warum kümmert sich ausgerechnet ein Kino um den richtigen Umgang mit der renaturierten Bastau?

Kurze Antwort
Weil’s sonst niemand macht. Keine Verwaltung, keine Zeitung, kein Unternehmen … Niemand. Außer uns.

Längere Antwort
Weil wir dazu gekommen sind wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde.

Angefangen hat alles mit Unserem kleinen Holly-Wood – dem Konzept, dass das Kleine Kino am Weingarten für jeden Film einen Baum pflanzt. Als Ausgleich fürs Klima.

Als klar war, dass unser kleiner Holly-Wood an der Bastau Platz finden würde, wurden wir gefragt, ob wir nicht beim Erlen-Ziehen helfen könnten. Konnten wir. Tolle Aktion war das.

Und dann passierte, was immer passiert, wenn ein paar Leute in Gummistiefeln nebeneinander vor sich hin werkeln: Man redet.

Über den Bach. Über das, was hier mit viel Geld und Geduld entstanden ist. Und darüber, was hier jetzt so los ist: Hunde. Kinder mit Keschern. Angler. Feuerstellen. Steine im Wasser, die vorher woanders lagen. Dosen, Kippen, Grillreste.

Fast nie aus bösem Willen. Meistens einfach, weil niemand es je erklärt hat. Ein renaturierter Bachlauf sieht aus wie ein prima fluffiges Naherholungsgebiet. Dass er in Wahrheit eine Kinderstube ist, sieht man ihm nicht an. Es müsste nur mal jemand hinschreiben.

Also haben wir ein Banner gemacht: „How to Bastau“ – und diese Webseite dazu. Macht sonst ja keiner.

Damit sind wir ziemlich weit weg vom Kern eines Programmkinos, das wissen wir. Zuständig sind wir für die Bastau nicht. Aber „nicht zuständig“ ist ja meist nur die Ausrede für Weggucken. Und das ist so gar nicht unsere Art.

… deshalb – genau deshalb kümmert sich ausgerechnet ein kleines, ehrenamtlich betriebenes Kino um den richtigen Umgang mit der renaturierten Bastau.

Logo Kleines Kino am Weingarten

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