Da war der Katzenjammer plötzlich groß … Dreimal keine Tickets mehr im Vorverkauf
Ja, auch ein kleines Programmkino kann ausverkauft sein. Manchmal sogar dreimal innerhalb von vier Tagen. Ein fröhlicher Bericht über frühe Vögel, verpasste Würmer und die große Frage, was „ausverkauft“ eigentlich bedeutet.
„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt der Volksmund. Was der Volksmund verschweigt: Das gilt nicht nur für Frühaufsteher, sondern – im Wochentakt betrachtet – auch für Newsletter-Leser. Wir haben es gerade eindrucksvoll erlebt.
Was ist geschehen? Am Donnerstag, 24. September, feiern wir bei uns den bundesweiten Kinostart von „Morgen war Krieg“, einem Film, der in weiten Teilen in Minden entstanden ist.
Am Samstag, 26. September, läuft er erneut, diesmal mit Publikumsgespräch: Regisseur Nicolas Ehret und Produzent Hüseyin Tabak werden zu Gast sein. Und am Sonntag gibt’s gleich noch eine Vorstellung.
Drei Vorstellungen in vier Tagen – allesamt ausverkauft. Und zwar nicht erst abends an der Kasse, sondern schon mehrere Tage vorher – in unserem Vorverkaufs-Ticketingsystem.
Das große Ausverkaufs-Rennen
Den ersten Platz holte sich, wenig überraschend, der Samstagstermin mit Regisseur und Produzent live bei uns zum Gespräch. Der war vergangene Woche schon als erstes ausverkauft. Das war zu erwarten.
Man muss sich ja klarmachen: Da hatten sich Menschen Wochen vorher auf den Kinobesuch festgelegt, sie hatten Karten in ihr Warenkörbchen gelegt und mit der Bezahlung verbindlich gemacht. Sie hatten ein klares Commitment abgegeben, keine vage Interessensbekundung, kein Vielleicht oder Mal-sehen. Wir sind sehr dankbar dafür, denn es hilft uns bei der Planung.
Platz zwei im heißen Rennen ging dann an den Kinostart-Donnerstag: Alle 88 Tickets, die wir online im Vorverkauf hatten, ratzekahl weg. Auf der Zielgeraden folgte schließlich noch der Sonntag. Als am Montag, 21. September, ein Lokalblatt über den Film berichtete, waren die etwa 40 noch verbliebenen Tickets schneller weg als man unsere Kino-Treppe hochkommt.
Und dann? Katzenjammer…
Kaum war das letzte Ticket verkauft, ging es los. Auf allen Kanälen die selbe Frage, in zahllosen Variationen: „Gibt es vielleicht doch noch Karten?“ – „Gibt es eine Warteliste?“ – „Haben Sie nicht doch noch einen Platz für mich? Ich bin wichtig!“
Selbst unser Kooperationspartner, die Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen, meldete Ticketnachfragen, die bei ihr eingingen. Die kamen natürlich erst, nachdem längst alles ausverkauft war – und nachdem auf unserer Webseite ebenso wie im Ticketing-System der deutliche Hinweis prangte: „Ausverkauft“.
Das erinnerte uns an eine Mail aus unseren Kino-Anfangstagen. Damals schrieb uns jemand eine Mail mit feinstem ostwestfälischen Charme: „Hallo… eventbrite ausverkauft. Wie muss ich das verstehen?“
Tja. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, ganz in Ruhe: Was könnte man das wohl verstehen? Könnte es eventuell bedeuten … dass alle Tickets … tatsächlich … allen Ernstes … verkauft sind? Guuuut aufgepasst! Ausverkauft heißt bei uns wie überall: ist ausverkauft. Schluss. Ende. Vorbei.
Und dann noch amtliche Falschinformation
Umso ärgerlicher, wenn am Morgen des 23. September, also Tage nachdem ausverkauft ist, der Kreis Minden-Lübbecke in den sozialen Medien rausbläst: „Es gibt noch Karten, auch an der Abendkasse.“ Nein, nein, nein! Es gibt keine Karten mehr. Wirklich nicht. Und wenn amtliche Stellen das Gegenteil behaupten, ist das eine glatte Falschinformation.
Nicht der Kreis Minden-Lübbecke ist Veranstalter der drei Kinotage. Das sind ausschließlich wir: der Verein Kleines Kino am Weingarten e.V. Der Kreis hat keine weitergehenden Informationen über Ticket-Kontingente, Vorverkaufszahlen o.ä.
Diese Daten haben ausschließlich wir als Veranstalter. Und wir zeigen auf unserer Webseite seit Tagen an: „Keine Tickets mehr im Vorverkauf – ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft.“ Die eventuellen Restkarten, die es noch an der Abendkasse geben könnte, lassen sich übrigens an einer Hand abzählen.
In so einer Situation öffentlich zu behaupten, es gäbe noch Karten, ist extrem ärgerlich. Für Interessenten, weil es Hoffnungen schürt, die am Ende enttäuscht werden. Und für uns, weil es unnötige Anfragen und Bearbeitungsaufwand generiert – als hätte unser kleiner Kino-Klub nicht schon genug um die Ohren.
Warum wir nicht einfach Stühle dazustellen
Wir sind ein ehrenamtlich betriebenes Kino mit exakt 99 Plätzen. Einer davon gehört bei jeder Vorstellung einem Ersthelfer, so verlangen es die Regularien der Stadt Minden als Eigentümerin der Liegenschaft. Bleiben also 98 Plätze, für die wir Tickets anbieten. 88 davon gehen in den Vorverkauf. Wenn die weg sind, sind sie weg.
Die übrigen zehn Karten zwischen 88 und 98 halten wir für die Abendkasse zurück – für jene, die nicht online sind oder online nicht bezahlen können oder sonstwie … Allerdings sind es eben nur zehn Karten, keine einzige darüber. Und die zehn gehen an der Abendkasse an die allerallerschnellsten Besucher. Der frühe Vogel … Na, Sie wissen schon.
Mehr als 98 Gäste plus Ersthelfer im Saal lassen die Brandschutz-Vorschriften in unserem Haus nicht zu. Ein paar Klappstühle in den Gang, eine Bank an die Rückwand: Was anderswo vielleicht gehen mag, geht bei uns nicht. Wir sind an die Vorschriften gebunden. Und es versteht sich von selbst, dass wir uns strikt daran halten. Auch wenn man uns das von offizieller Seite des öfteren schwerzumachen versucht, wie sich hier nachlesen lässt.
Drei Wochen Vorsprung, und der Wurm hat gewunken
Richtig originell wird das mit dem frühen Vogel übrigens, wenn man die Chronologie kennt. Seit Anfang September gab es die Tickets über unsere Webseite. Am 2. September haben wir unsere Newsletter-Abonnenten über den Film und alle drei Termine informiert. Ab da lief der Vorverkauf.
Das waren volle drei Wochen Zeit, vom 2. bis letzte Woche, um sich in aller Ruhe, bei Kaffee und Keksen und mit Nochmal-eine-Nacht-drüber-schlafen, Tickets in ausreichender Zahl zu sichern. Viele haben genau das getan und verdienen dafür unseren allerherzlichsten Applaus.
Wer dagegen drei Wochen später in Katzenjammer ausbricht, weil er nun ganz unbedingt, ganz dringend und am besten sofort noch Karten braucht … nun ja. Sagen wir es so: Der Wurm lag drei Wochen lang bereit. Er hat sogar gewunken.
Darum: Newsletter abonnieren. Und lesen!
Wir sagen es immer wieder. Und immer wieder. Aber wer hört schon auf uns …? Also nochmal, zum Mitschreiben: Wer unseren Newsletter liest, hat massive Vorteile, allen voran den Vorsprung im Ticket-Vorverkauf. Dafür gibt es genau drei kleine Voraussetzungen.
- Erstens: den Newsletter abonnieren. Er ist kostenlos.
- Zweitens: ihn auch lesen. Also wirklich öffnen und nicht ungelesen in den Ordner „Mach ich irgendwann“ schieben.
- Drittens: den Vorsprung nutzen und in kluge Entscheidungen ummünzen. Warenkorb, bezahlen, freuen. Fertig.
Und das gilt keineswegs nur für Filme, die vor unserer Haustür gedreht wurden. Alle Filme, die unser Programmteam handverlesen kuratiert, verdienen ein Publikum. Da wartet so manche Perle, von der Sie heute noch gar nichts ahnen.
Also: abonnieren, lesen, früh zugreifen. Dann sitzen Sie beim nächsten „Ausverkauft“ auf der richtigen Seite. Nämlich drinnen im Saal statt draußen im Katzenjammer.
Hier geht’s direkt zur Anmeldung für unsere kleine Kino-Post.
Chronist: Edgar Wilkening
